


Crimson Desert ist riesig. Und wir könnten hier gut und gerne noch fünfmal so lang über dieses Umfangsmonster reden. Beispielsweise über den Abyss, der sich ironischerweise im Himmel befindet, aus vielen fliegenden Inseln besteht und eines der größten Mysterien des Spiels darstellt und von dem wir noch nicht ansatzweise genug gesehen haben. Oder über die Nebenaktivitäten, die von Angeln über Armdrücken bis zum Gemüseanbau reichen. Oder über das unsinnige Kriminalitätssystem, das einen dafür bestraft, Items zu stehlen, auch wenn niemand hinschaut. Oder die immer mal wieder auftretenden Bugs und Abstürze und die danach aufkommende Frustration, dass sich Cutscenes auch beim zweiten Mal nicht überspringen (und nur vorspulen, but why?) lassen. Oder vielleicht auch einfach über das Gefühl, dass man irgendwie doch sehen möchte, wo es hingeht. Denn Crimson Desert macht trotz aller Kritik Spaß. Jede*r wird mit diesem Spiel ganz eigene Erfahrungen machen. Denn wir sehen durchaus das Potenzial, dass es dem einen Open-World-Fan aufgrund mangelnder Spielführung zu willkürlich wirkt und viele Quality-of-Life-Aspekte fehlen, während jemand anderes komplett darin aufgeht, das Lager auszubauen oder sich einfach an der detaillierten Welt sattzusehen. Crimson Desert ist keine sichere Wette und hat zwar viele Inspirationen von großen Spielen, aber fühlt sich dennoch sehr eigenständig (aber auch nicht so rund und fertig) an. Es ist definitiv KEIN neues Breath of the Wild und auch kein Witcher. Aber das kann man dem Spiel eben auch zugutehalten.
Relaxt, relaxter, Wheel World: Dieses Spiel bezaubert mit seinen sonnendurchfluteten Landschaften, seinem bunten Comic-Look und seinen chilligen Ausflugsmöglichkeiten. Wer ein adrenalingetränktes Rennspiel sucht, wird hier nicht wirklich fündig - dafür bietet Wheel World zu wenige Herausforderungen. Mit fünf bis sieben Stunden ist Wheel World ein vergleichsweise kurzes Vergnügen, fühlt sich andererseits aber auch nicht so überladen an wie viele andere Open-World-Games. Story und Charaktere bleiben an der Oberfläche, sind für den Genuss des Spiels aber auch nicht so entscheidend. Vielleicht ist es am besten, Wheel World nicht in erster Linie als kompetitives Rennspiel zu betrachten - sondern als fluffigen Sommerurlaub auf zwei Rädern.
Alien: Rogue Incursion macht vieles richtig. Es überträgt die klaustrophobische Atmosphäre der ersten Alien-Filme gekonnt auf VR: Der Wechsel von Licht und Dunkelheit, die verschachtelten Gänge und Räume und die omnipräsenten Xenomorphs sorgen dafür, dass man ständig unter Spannung bleibt - selbst dann, wenn bei der Alien-Bekämpfung eine gewisse Routine einkehrt. Der Nachteil gegenüber anderen Survival-Horror-Games ist, dass es hier im Wesentlichen nur eine Form von Gegnern gibt - und nicht wie bei Doom und Co. ein breites Portfolio an Ekelpaketen. Das aber wird von den intensiven Momenten des Spiels wettgemacht, in denen Zula gerade noch den rettenden "Panic Room" erreicht oder einen Kampf mit der buchstäblich letzten Patrone gewinnt. Das Setting mit der Rettungsmission ist etwas generisch, bei den Dialogen und der Synchronisation hat sich Survios aber viel Mühe gegeben. Das entscheidende Kriterium erfüllt das Spiel allemal: Es fühlt sich wie ein echtes Alien-Abenteuer an.
Visions of Mana inszeniert die Welt und die Kreaturen der Mana-Reihe schöner und besser als je zuvor. Die Spielwelt ist freier begehbar, es gibt mehr zu entdecken, die fünf spielbaren Charaktere lassen sich über viele erweiterte Charakterklassen verbessern und anpassen. Eine schwache PC-Portierung und ein paar Längen in Gameplay und Story wirken sich negativ auf den Spielspaß aus.
World of Goo 2 macht jede Menge Spaß - eben deshalb, weil es "easy to learn and hard to master" ist. Mit jedem gelösten Rätsel und mit jeder stabilen Konstruktion lernt man etwas dazu - und entwickelt so nach und nach eine Problemlösungskompetenz, die im Spielverlauf äußerst hilfreich ist. Klar, hin und wieder gerät man an Engpässe, an denen es scheinbar nicht mehr weitergeht, doch auch hier hilft hartnäckiges Rumprobieren. Wer einmal wirklich feststeckt, kann das betreffende Level auch skippen - nur die finalen Level jedes Spielabschnitts müssen auf jeden Fall gelöst werden. Diverse Flüssigkeiten, neue Bällchentypen und mehrstufige Rätsel machen World of Goo 2 zu einem Must-play für Rätsel-Fans.
In Laika: Aged Through Blood überwindet ihr Hindernisse auf einem Motorrad, während ihr gleichzeitig eine Überzahl Gegner ausradiert und allerlei coole Stunts aufführt. Das selbsternannte Motorvania erzählt eine düstere, blutige Geschichte, beeindruckt mit grandiosem Artwork und schwächelt etwas an seiner suboptimalen Karte, zu viel Ressourcen-Grind und einem Schwierigkeitsgrad, der unerfahrene Spieler abschreckt.

Dem russischen Entwickler ist eine kurzweilige, höllische Ballerei gelungen. Der sarkastische Humor und die vielen Anspielungen auf die Pop- und Videospielkultur unterhalten ebenso wie die Ballerorgie sicherlich viele Spieler. Dennoch fehlt es dem Titel an Substanz. Und auf der Switch nerven die winzige Display-Texte und die anfängliche externe Nutzung der Joy-Cons erheblich.
Star Wars Pinball ist eine sehr gut gelungene Pinball-Simulation mit phantastischer Atmosphäre. Die vielen Tische sind detailreich, sehr fantasievoll animiert und überraschen mit ihrer Action. Der Wiederspielfaktor ist dementsprechend sehr hoch.
Fallout 76 hätte noch ein paar Jahre in der Vault schlummern müssen. Alleine schon wegen der zahlreichen technischen Probleme. Doch darüber hinaus fehlt an allen Ecken und Enden Feinschliff. Fehlende Kern-Elemente machen es mir als Fan nur umso bewusster, welche Probleme die Fallout-Reihe schon seit jeher hatte. Jetzt fehlen jedoch spannende Geschichten, komplexe Dialogoptionen, interessante Charaktere und abwechslungsreiche Quest-Lösungswege, die bisher darüber hinweg getröstet haben. Anstrengende Survival-Mechaniken und ein halbherziger Multiplayer-Modus gleichen dies nicht ansatzweise aus. Um mich nochmal in die Post-Apokalypse von West Virgina zurück zu locken, muss Bethesda in den kommenden Wochen ordentlich nachliefern. Ansonsten könnte Fallout 76 der erste Teil meiner Lieblingsreihe sein, den ich mir bald aus dem Bewusstsein verdränge.
Auch wenn viele Entscheidungen im Endeffekt vorgegeben sind, nimmt es der Geschichte von 11-11: Memories Retold nichts von der Intensität. Ich hatte trotzdem das Gefühl, die Schicksale von Kurt und Harry in der Hand zu haben. Memories Retold erzählt auf spannende Art und Weise, dass im Ersten Weltkrieg Marionetten an der Front aufeinandergeprallt sind, sondern Menschen. Während der "Tommy" für den Deutschen vielleicht ein emotionsloses Monster ist, ist er für jemand Anderes ein Sohn oder ein Vater. Mit der Aquarell-Grafik hebt sich Memories Retold von anderen Spielen ab, allerdings wäre es in manchen Situationen zuträglich gewesen, wenn die Entwickler die Gesichter der Charaktere deutlicher herausgearbeitet hätten. Manchmal geht dadurch die Intensität einer Szene verloren, auch wenn die Synchronsprecher sehr gute Arbeit leisten. 11-11: Memories Retold wirft einen intensiven und kritischen Blick auf den Krieg, konzentriert sich dabei aber auf persönliche Schicksale und nicht das einer ganzen Nation.

Fez erweckt das Kind in euch, dessen uneingeschränkter Entdeckerdrang euch von Plattform zu Plattform, von Geheimnis zu Geheimnis und von Welt zu Welt springen lässt. Es bedarf schon harter Arbeit, um sich nicht in Gomez‘ farbenfrohes Universum zu verlieben und sich darin zu verlieren Selten habe ich ein Spiel mit so viel Charme und so viel Liebe zum Detail gesehen. Auch nachdem ich Fez zum ersten Mal beendet habe, beschleicht mich noch nicht das Gefühl, dem Indie-Titel all seine Geheimnisse entlockt zu haben. Wenn mein erster Gedanke nach dem Beenden eines Spiels ist „und jetzt nochmal“, dann weiß ich, dass ich über eine wahre Perle gestolpert bin.
Fire Emblem: Awakening ist großartig. So großartig, dass sich um Himmels Willen endlich auch alle Spieler an Awakening herantrauen sollten, die bisher von Permadeath und Taktik-RPGs eingeschüchtert wurde.Der Versucht lohnt sich, denn Fire Emblem ist ohne Zweifel eines der besten Spiele für den Nintendo 3DS, an dem niemand vorbeikommt. Es macht vielleicht keine revolutionären Veränderungen am Grundkonzept der Serie, aber es hält eben die Balance zwischen Einsteigerfreundlichkeit und spielerischem Anspruch so gut, wie es nur wenige Spiele schaffen.
Guacamelee! bedient sich perfekt bei den Regeln des Metroidvania-Genres, hat aber genug Chipotle im Hintern, um nicht wie ein langweiliger Aufguss alter Ideen zu wirken und das brillante Pacing tut sein Übriges, dass es in der liebevoll gestalteten Welt des Spiels nie langweilig wird.Wer sich auch nur ein bisschen mit dem Genre anfreunden kann, hat keine Ausrede, das Spiel zu ignorieren, das ohne Zweifel bisher eines der besten PSN-Spiele des Jahres ist (und ein bisschen auch der Beweis, dass es durchaus lohnenswerte Spiele für die Vita gibt).Das bisher beste Spiel von Drinkbox konzentriert sich auf eine Handvoll Spielelemente und macht dabei alles richtig. Graham Smith, einer der Entwickler des Spiels, hat vollkommen Recht, wenn er sagt, dass Guacamelee "das beste Mexiko-basierte, Koop-Multiplayer-Dimensionen-springende-Metroidvania-Beat ‘em up der Saison" ist.
Monster Hunter 3 Ultimate ist vielleicht kein Spiel, das jeden Geschmack trifft, aber es hält die Balance zwischen Frustration und Herausforderung so unglaublich gut, dass auch Spieler, die sich bisher von der Reihe ferngehalten haben, einen Blick wagen sollten.Auf diesen Blick verzichten solltet ihr eigentlich nur dann, wenn ihr wisst, dass ihr nicht zu den ausdauerndsten und geduldigsten Spielern gehört, denn wenn Monster Hunter etwas von euch erwartet, dann ist es der Wille zu Lernen und den Regeln des Titels zu gehorchen. Wenn ihr das könnt, dann bekommt ihr ein Spiel, das euch vor riesige und wundervolle Herausforderungen stellt und euch nach einem Sieg nicht nur mit Loot, sondern auch mit großer Befriedigung belohnt.Vielleicht müsst ihr ein bisschen arbeiten, um Monster Hunter 3 Ultimate lieben zu lernen. Aber wenn euch das gelingt, wollt ihr das Spiel nicht mehr aus der Hand legen.IGN Allemagne est un site internet de jeux vidéo édité en Allemagne
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