


Saros ist eine Wucht und in vielerlei Hinsicht genau der geistige Nachfolger, den ich mir nach Returnal gewünscht habe. Es hat den offensichtlichsten Kritikpunkt aus der Welt geschafft und mit dem Spieltempo gleich noch eine weitere Schwäche behoben, die mir erst im Vergleich so richtig auffällt. Die Story von Arjun kommt zwar nicht an die von Selene ran und auch die Atmosphäre war dank des dunklen Waldes zu Beginn und dem Fokus auf Isolation ein bisschen stärker. Mit der Rahmenhandlung rund um Soltari und die Kolonialisierung von Carcosa steht Saros aber auch stark auf eigenen Beinen. Spielerisch hingegen kann das Team von Housemarque hier wieder beweisen, was es drauf hat: Der Gameplay-Flow in den Kämpfen, wenn ich Arjun durch ein Arsenal an Projektilen navigiere und mit den eigenen Waffen zurückschlage, sucht seinesgleichen und hat mich beim Test von einem Run zum nächsten gepeitscht. Insgesamt ist das Spiel dank der permanenten Progression leichter als Returnal, auch, wenn die Modifikatoren hier Spielraum für mehr Herausforderung bieten. Ob man das gut oder schlecht findet, ist aber letztendlich Geschmackssache: Die einen werden die Unbarmherzigkeit vermissen, die anderen das zugänglichere Erlebnis begrüßen. Ich selbst lande irgendwo dazwischen. Kleinigkeiten wie die steife Gestik und Mimik der Charaktere sowie der Überschuss an Lucenit, der sich langfristig einstellt, sind zwar unschön, fallen insgesamt aber nicht sonderlich ins Gewicht. Da überwiegt das optische und spielerische Spektakel, besonders in den Albtraumsträngen und bei den Bosskämpfen, mit Leichtigkeit. Ein gelungener nächster Schritt in der Geschichte des Studios, der mich schon jetzt hungrig auf die Zukunft macht.
Ich wünschte, ich könnte hier ein so viel positiveres Fazit ziehen, und ich bin mir sicher, dass andere Kritiker das Spiel höher bewerten werden. Daher sei angemerkt: Das hier ist meine Meinung. Crimson Desert hat erhebliche Designmacken, die sich nicht leugnen lassen, aber vielleicht könnt ihr besser mit ihnen leben als ich und daher auch mehr Gefallen an dem Spiel finden. Die Steuerung ist mehr als gewöhnungsbedürftig und sowohl mit dem Gamepad als auch Maus und Tastatur zuweilen ein Krampf. Questdesign und Spielerführung gehören zum Schlechtesten, was ich seit langem erlebt habe. Die Story lässt mich vollkommen kalt, die Figuren wecken null Interesse und während sich Crimson Desert mit seiner detailreichen, lebendigen Welt, der hohen Animationsqualität und vielen Features um Immersion bemüht, reißt es diese immer wieder selbst ein. Das ist alles deswegen so schade, weil das Spiel genügend bietet, was ich toll finde. Die Open World ist nicht nur ein Augenschmaus, es macht auch wirklich enorm viel Spaß, sie zu erkunden. Ich bin stets neugierig, was hinter der nächsten Abzweigung auf mich wartet. Die Kämpfe sind launig, sobald ich mit der Steuerung halbwegs vertraut bin und gerade mal nicht gegen 30 Gegner oder einen Boss mit fast schon unfairen Attacken bestehen muss. Ich mag die Lebenssimulationsaspekte im Graumähnenlager und natürlich beeindrucken mich die Größe der Welt und die Vielfalt an Mechaniken. Crimson Desert ist so episch wie kaum ein anderes Spiel, aber es hätte ihm garantiert besser getan, wenn Pearl Abyss nicht dem Größenwahn verfallen wäre. Weniger wäre hier mehr gewesen. Ich werde definitiv noch weiterspielen, denn es gibt noch einiges, was ich sehen möchte. Aber so gerne ich eine höhere Wertung vergeben würde, die eklatanten Schwächen lassen es nicht zu.
Another Crab’s Treasure ist eine dieser Perlen, die man mit ganz viel Glück im Sommerurlaub am Meeresgrund findet: Noch etwas verdreckt und sicherlich nicht ganz rund, aber definitiv wertvoll und einen Blick wert. Mit viel Charme und scharfen Scheren bietet die Mischung aus Soulslike und 3D-Plattformer abwechslungsreiches Gameplay, eine skurrile Geschichte mit jeder Menge Witz und eine kunterbunte Spielwelt, deren Erkundung nicht nur Vergnügen bereitet, sondern auch viele verlockende Belohnungen in Form von Upgrades bietet. Die Navigation ist mit der statischen Karte allerdings nicht ganz so einfach und die Plattformpassagen ab und an etwas ungenau, was zu schnelle Stürzen in die Tiefen des Meeres und gelegentlich leichtem Frust führt. Auch das eher simple Kampfsystem und die leichten Technikprobleme machen das geringere Budget und das kleinere Team spürbar – trotzdem bringt Another Crab’s Treasure nicht zuletzt aufgrund der wirklich innovativen Panzermechanik frischen Wind in das Soulslike-Genre, und eignet sich dank der vielen Optionen in Sachen Schwierigkeitsgrad für Neulinge genauso wie für Veteranen.
Auch wenn sich besonders Liebhaber von JRPGs und Retro-Fans von Eiyuden Chronicle: Hundred Heroes angesprochen fühlen dürften, möchte das Spiel gemäß des Entwicklerstudios Rabbit & Bear mehr sein als nur eine Hommage an die Spiele aus der Goldenen Ära dieses Genres. Die Leidenschaft für Selbige ist jedoch von Anfang an zu spüren und verschafft einen schnellen Einstieg in Story und Gameplay. Es triggert den Sammelfreund in mir, die Städte nach potenziellen Gefährten abzusuchen und mit ihrer Hilfe seine Burg auszubauen; Dungeons sind nie so lang, dass es repetitiv wirkt und die Hauptcharaktere haben keine derart nervigen Wesenszüge, dass sie negativ auffallen (was in dem Genre auch nicht selbstverständlich ist). Dass sich in manchen Phasen des Spiels gefühlt nur Cutscenes und Ladebildschirme abwechseln, stört jedoch das Spielgefühl und vermittelt den Eindruck der Zeitverschwendung. Sehr oft habe ich gedacht: Warum musste ich hierfür jetzt anhalten, die Szene wechseln und einen Dialog führen? Das hätte man auch einfach als Untertitel einblenden und einen Charakter sagen lassen können. Auch die strategischen Schlachten sind nur oberflächlich interessant und verkommen aufgrund ihrer Inszenierung eher zum Nebengeplänkel. Für ein Retro-JRPG, das gerne über die gesamte Spieldauer im 2D-HD-Grafikstil hätte bleiben könnten, ist Eiyuden Chronicle: Hundred Heroes ein spannendes Projekt; alles was darüber hinausgeht wirkt ein wenig unausgegoren.

Warhammer 40.000: Rogue Trader macht vieles richtig. Es bietet lange und doch abwechslungsreiche Spielzeit, viel zu entdecken, herausfordernde Kämpfe und eine durchaus spannende Story, die tief in die Mythologie von Warhammer 40k eingebettet ist. Dazu kommen ein ausrüstbares Raumschiff samt Kämpfen, Ruf-Fraktionen, unterschiedliche Helden mit Background-Storys und vieles mehr. In Sachen Quantität verdient sich Rogue Trader eine glatte Eins. Aber die arg spröde Erzählung, der Zwang, viel zu lesen statt es modern erklärt zu bekommen und die düstere Story, die sicher nicht jedermanns Geschmack trifft, werfen ein paar dunkle Flecke auf den Gesamteindruck. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Für Taktik-Fans mit Rollenspiel-Herz ein spätes Jahres-Highlight!









Über 20 Jahre später macht Bomb Rush Cyberfunk da weiter, wo Jet Set Radio einst aufgehört hat: Eine manische Metropole, in der Straßengangs das Sagen haben und Graffitis sowie das Können auf dem Skateboard alles bedeuten. Was die Optik und den Soundtrack angeht, hat man die geistige Vorlage meisterhaft eingefangen: Die Skate-Simulation von Team Reptile ist knallig, bunt und ziemlich laut, versprüht meterdicke Graffiti-Atmosphäre und erfüllt die digitalen Straßen von New Amsterdam mit einem Soundtrack, der mir vermutlich noch in ein paar Jahren im Kopf herumspuken wird. Auch das Skaten ist an und für sich eine ziemlich spaßige Angelegenheit: Cleveres Leveldesign und eine zugängliche Steuerung sorgen für simples, aber gelungenes Railgrinding mitsamt Kunststücken und Turbo-Boosts. Leider stellt sich Bomb Rush Cyberfunk immer wieder selbst ein Bein: Zu häufige Dialoge und Zwischensequenzen unterbrechen den Gameplay-Flow genauso wie das nervige Heat-System, bei dem die Stadt fast dauerhaft von Polizisten wimmelt. So verdient sich der geistige Jet Set Radio-Nachfolger am Ende doch noch das Prädikat „Style over Substance“.4Players est un site internet de jeux vidéo édité en Allemagne
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